Architektur als Haut  Mina Yaney

Expressive Mediationen

Um den zeitgenössischen Herausforderungen einer vielschichtigen und komplexen Gesellschaft gerecht zu werden, wird von Paint, statt einem architektonischen Objekt, eine architektonische Schnittstelle entwickelt. Wie eine biologische Haut agiert diese als Berührungs-, Austausch- und Übersetzungsfläche zwischen unterschiedlichen Systemen. Die Haut ermöglicht dadurch eine Koexistenz von Differenzen.

Viele unserer Bauherren befinden sich heutzutage in einer Situation, in welcher ein neues Gebäude oder eine Stadt entstehen soll, welche simultan auf viele unterschiedliche, und oft widersprüchliche, Parameter im Bau und im Betrieb reagieren muss.

Im Gegensatz zu einem selbstreferentiellen, eindimensionalen und ästhetisierten architektonischen Objekt, ermöglicht die architektonische Schnittstelle stets eine multidirektionale Einbindung unterschiedlicher Welten. Als interdisziplinäres Architekturbüro entwickeln und planen wir daher integrale Hochbauten und Städte als multimodale Schnittstellen, welche zwischen unterschiedlichen Sphären vermitteln. Unsere Ansätze definieren daher folgende Leitlinien:

Wertsteigerung durch flexible Lösungen.
Nachhaltigkeit als systeminhärente Dynamik.
Vernetzung von Unterschiedlichkeiten als sozio-kulturelle Identitätsbildungsstrategie.

Basierend auf einer genauen Analyse der ökonomischen, städtebaulichen, sozio-kulturellen und ökologischen Parameter des Projekts entwickeln wir unsere Architekturen als "gebaute Haut", sprich als holistisches Vermittlungsorgan zwischen unterschiedlichen Milieus. Demnach reagiert Paints Architektur stets auf den Kontext und auf die Umgebung, während projektbezogene Schwächen dazu verwendet werden, um daraus identitätsgebende Stärken zu generieren. Unser Fokus liegt daher auf eine proaktive Architektur, welche für unsere Bauherrn stets einen sozioökonomischen und ökologischen Mehrwert liefert.

PAINT steht demnach für einen fiktional-pragmatischen Urbanismus in welchem die Verflechtung von Figuration und Abstraktion sowie Pragmatik & Fiktion jenen unerwarteten Mehrwert generiert. Dadurch wird die Entstehung einer polymorphen & dynamischen, urbanen sowie sozio-kulturellen Identität ermöglicht.

Unterschiedliche konventionelle urbane Elemente wie Wohnen, Arbeiten, Bildung, Produktion, Ökologie, Landschaft, Unterhaltung, Erholung, Einkaufen und Mobilität werden daher neu verflochten - sprich in einem neuartigen strukturellen Verhältnis zueinander gebracht. Analog werden auch klassische architektonische Elemente - wie Boden, Wand, Decke, Beleuchtung, Fenster, Tür, Fassade, Balkon, Dach, Aufzug, Treppe und Rampe - neu verwoben und damit ebenfalls zu einem neuartigen strukturellen Geflecht moduliert. Paints architektonische Schnittstellen sind demnach lebendige Membranen, urbane Fiktionen; begehbare, erlebbare und gebaute Malereien im öffentlichen Raum welche NutzerInnen einladen die Gemälde mitzukreieren und weiterzuentwickeln.

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Mina Yaney ("Fragmente aus dem Manifest der Haut", 2020)

Architecture as Skin  by Mina Yaney

Building Mediation

In order to meet the challenges of the contemporary condition of a complex and multi-layered society we propose, instead of an architectural object, an architectural interface. Many of our clients find themselves nowadays in a situation where a building is needed which has to react simultaneously to many different, and often contradicting, parameters in both its construction and its operation.

Based on a precise analysis of the project's economic, urban, socio-cultural and ecological parameters we develop the architectural interface, as a "built skin" or in other words as an "organ of mediation". Accordingly, we like our designs to respond to their surroundings and contexts while project-related weaknesses are transformed into identity-establishing assets. Our architecture emerges therefore as a proactive architecture which seeks to provide socio-economic and ecological added value for our clients.

Paint stands for a fictional urbanism in which the intertwining of figuration and abstraction as well as pragmatism and fiction generate that unsuspected added value while enabling a polymorphic urban and socio-cultural identity.

Different conventional urban elements such as living, working, education, production, entertainment, shopping, energy production, ecology and mobility are therefore being interwoven anew. In other words, they are put into a new structural relation to each other. Analogously classical architectural elements such as floor, wall, ceiling, roof, lightning, façade, window, stair, elevator and ramp are re-intertwined and thereby structurally reconfigured.

Paint's architectural interfaces are hence living membranes; urban fictions; walkable, tangible and built paintings in public space that invite their users to participate in their creation and transformation.

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Mina Yaney ("Fragments of the Skin Manifesto", 2020)

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